Über mich

In Ägypten geboren und aufgewachsen. Geschäftsführer eines im Import-Export-Geschäft tätigen Familienunternehmens in Ägypten. Meine Familie hatte unter dem Militärregime in vielfältiger Weise zu leiden. Im Jahr 1962 wurde meine Familie im Rahmen des Sozialismus und der Abschaffung der Privatwirtschaft in Ägypten enteignet. Im selben Jahr wurde mein Vater aus politischen Gründen verhaftet und er war zehn Jahre lang verschwunden.

Ab und zu wurde meine Mutter verhaftet und zum Verhör gebracht. Manchmal wurde sie erst nach einer Woche freigelassen. Im Jahr 1972 hat der damals neue Staatspräsident El-Sadat meinen Vater begnadigt und freigelassen. Nach zehn Jahren im Steinbruch wurde er vom Staat entschädigt und rehabilitiert.

Vom 8. bis zum 16. Lebensjahr war ich Zwangsmitglied der Jungsozialisten im Rahmen der staatlichen „Umerziehung“ der Kinder aus „sozialismusfeindlichen“ Familien.

Meine politische Aktivität begann innerhalb der Studentenunion.
- Ich studierte Agrarwissenschaft in Ägypten und später VWL in Deutschland.
- Seit über 40 Jahren befasse ich mich stark mit der vergleichenden Religionswissenschaft, dem Islamismus und dem islamistischen Terror.
- Seit 1976 Mitglied der Partei der Liberalen in Ägypten
- Der Kampf für die Freiheit und gegen Diktatoren blieb nicht ohne fatale Konsequenzen und verlangte einen hohen Preis in verschiedenen Gefängnissen und Folterkammern.
- In der Zeit von 1973 bis 1986 war ich siebenmal in der U-Haft, jeweils drei Monate unter den schwersten und menschenunwürdigen Umständen in verschiedenen Gefängnissen.

In diesen 13 Jahren rechnete ich jede Nacht mit meiner Verhaftung. 13 Jahre lang stand neben meinem Bett zu Hause immer eine Reisetasche mit den nötigsten Sachen, die man im Gefängnis braucht, und ich ging jede Nacht ins Bett nicht im Schlafanzug, sondern so angezogen, dass ich abholbereit war. Die Geheimpolizisten kamen immer nachts, sie standen plötzlich im Schlafzimmer und haben mich verhaftet ...

... und so ging es jedem Aktivisten in einer Diktatur. Bei den Diktatoren sind die Menschenrechte „ungesunder“, und „unnötiger Luxus“, den man nicht braucht, „die Folter hingegen ist körperlich und psychisch gesund und macht schlank.“ Im Jahr 1986 stellte der Staatssicherheitsapparat in Kairo mir ein Ultimatum, die Heimat binnen vier Wochen für immer zu verlassen, und sie haben mir den Kontakt mit der Presse im Ausland in jeder Form streng verboten. Ich stand vor der Wahl zwischen Pest oder Cholera. Das Leben im Exil ohne Boden unter den Füßen und ohne Sauerstoff, oder das Leben in der Heimat mit Folter und Gefängnis.

Im Jahr 1986 habe ich mich in Deutschland niedergelassen. Von Deutschland aus ging der Kampf für die Freiheit und gegen den Diktator Mubarak weiter, indem ich meine Kameraden im Untergrund in Kairo unterstützte. Mein Buch “Der Islamismus und der Westen Gute Terroristen Böse Terroristen“ ist mein erstes Buch für den deutschen Sprachraum und enthüllt zum ersten Mal Informationen und Ereignisse aus Erzählungen bzw. Aussagen von islamistischen Führern erster Reihe. Das Buch enthüllt auch zum ersten Mal Informationen aus zuverlässigen Sicherheitsquellen im Nahen Osten.

Seit der Entmachtung der Islamisten in Kairo im Juni 2013 lebe und schreibe ich uneingeschränkt.

Hobbys: Lesen, Schreiben, Gartenarbeit

Sprachen:
Muttersprache: Arabisch
Fremdsprachen: Deutsch, Englisch

Copyright 2016 Nasser El Massry